Jul 5

Schön, wenn sich persönlicher Einsatz auszahlt. Als Österreicher ließ man mich zwar auch diesmal in Bayern nicht wählen, aber die FreshAir-App, die ich zusammen mit einigen Kollegen gebaut habe und die auch Apple in den App Store ließ, hat sich vielleicht doch ausgezahlt.

Da uns die Mehrheit der Julis München und auch die FDP in Bayern total im Stich gelassen hat, finde ich nicht gut. Vergangenheit ist ja auch so cool, liebe FDP. Gut, dass ich aus der konservativ gewordenen Partei ausgetreten bin. Mit freier Marktwirtschaft hat sie meines Erachtens wenig zu tun, auch für deutsche Verhältnisse. Und auch die Alters-Trotzigkeit bei dem Nichtraucherschutz lässt sich nicht mit Freiheit argumentieren. Freiheit wurde jetzt erst mit dem Sieg über das Imperium erschaffen. Jetzt sind wir frei: vom Rauch.

Aber ich bin der FDP nicht nachtragend. Man kann ja seine Meinung ändern und wieder auf den richtigen Weg zurück finden, gell?

Kritische Leser werden jetzt wieder behaupten, dass das nun alles viel zu überheblich war. Ja klar. Die Minderheit der Raucher war das ja auch.

Jun 21

Ich möchte hier eine Hypothese vorstellen: Rauchen könnte ein Wirtschaftsfaktor werden. Bitte zur Kenntnis nehmen, dass diese eine Meinung ist mit persönlichen Wahrnehmungen, keine wissenschaftliche Diskussion, da mir gerade die Zeit fehlt, alle Behauptungen sauber zu belegen.

In drei Hinsichten:

  • Rauchen schadet der Gesundheit. Also kann die Bevölkerung gar nicht so produktiv sein. Das einzige, was dem noch widersprechen könnte, wäre, wenn jemand glaubhaft belegen kann, dass Rauchen auf psychologischer Ebene positiv wirkt und somit die gesundheitlichen Nachteile ausgleicht. Nachdem die Rauchverbots-Gegner das aber noch nicht rausposaunt habe, gehe ich davon aus, dass solch ein Effekt nicht existiert. Folglich senkt Rauchen die Produktiv einer Bevölkerung. Also wäre es besser, wenn einfach alle damit aufhören.
  • Zu viele Raucher in der Nähe, derer man sich nicht effektiv erwehren kann. Ich sehe ständig zu viele Raucher, die mir auf die Nerven gehen, weil ich ihre Ausdünstungen rieche. Zum Beispiel an der U-Bahn-Haltestelle. Und ich kann gar nichts wirksam gegen die tun: Wenn ich sie darauf hinweise, ignorieren sie das. Nachdem der Staat das Gewaltmonopol hat, ich also keine Gewalt gegen die Raucher anwenden kann, obwohl sie das Gesetz brechen, ist das ungerecht. Ich will, dass der Staat entweder durchsetzt, dass geraucht wird, oder alternativ will ich das Recht haben, entsprechende Maßnahmen gegen die Raucher anwenden zu dürfen. Alles andere wäre einfach nicht gerecht. Es wäre so negativ-deutsch (präzise formulieren, was man will, und dann anschließend gar nichts umsetzen).
  • Es gibt in Bayern zu viele Raucher-Kneipen und v.a. Clubs. Der Anteil an Rauchern ist gar nicht so hoch, der Anteil an entsprechenden Locations aber viel höher. Laut dieser Facebook-Diskussion liegt der Anteil in München bei Kneipen beispielsweise zwar nur bei 11%. Erfahrungsgemäß wird aber gerade in Clubs immer geraucht, unabhängig davon, was draußen dran steht. Ich würde schätzen in 50% aller Clubs wird geraucht.

Meine Folgerung ist: Schlaue Leute werden hier abwandern, weil die Lebensbedingungen zu schlecht. Hier nimmt man immer noch Rücksicht auf Leute, die Gesundheitsschädliches tun. Auf die sollte man also lieber keine Rücksicht nehmen. Ich persönlich finde das einfach so ähnlich wie andere kriminelle Vorgänge, welche genau kann sich jetzt jeder selbst denken.

Warum werden diese schlauen Leute abwandern? Ganz einfach: Die meisten Intellektuellen rauchen nicht. Aber sie können sich ihren Wohnort recht frei aussuchen, weil sie genug Geld verdienen können. Also wandern sie ab.

Warum ist das ein Riesen-Problem für Deutschland? Ich behaupte, dass die kleine Elite (also die leistungsfähigsten 5%) Deutschland in eine gute Richtung lenkt. Wenn die abwandern, dann nutzen die weniger qualifizierten Arbeitskräfte, die zwar die ganze Arbeit ausführen, aber dann wie ein Schiff ohne Kapitän nur mehr unsinnvolle Dinge ausführen, gar nichts mehr.

Wenn wir also jetzt das Rauchen abschaffen, so wie China mal schnell das Privat-Eigentum einführt, wenn sie es brauchen, könnten wir Deutschland retten.

Apr 20

Vom 7.04. – 10.04. habe ich zum ersten Mal ein besonderes Format der Produktentwicklung mitgemacht. Das so genannte CenterVenture. Am CDTM.

In nur 6 Tagen wollten wir ein intelligentes Steckdosen-Strommessgerät bauen,

  • das mit dem Internet spricht
  • die Messdaten visualisiert
  • Ein-/Ausschalten der Steckdose per Internet ermöglicht,
  • das gerade angesteckte Gerät über einen RFID-Tag am Gerät selbst identifiziert.

Und weil wir am Center of Digital Technology and Management sind, durften auch

  • eine Marke mit Logo und Botschaft,
  • Finanzplan
  • und Zielgruppenanalyse

nicht fehlen.

Vergleich mit Managing Product Development (anderer Kurs)

Über den “normalen” Produktentwicklungskurs im Semester davor hatte ich stets so meine Zweifel. Da sich hier viele Parallelen zum Arbeitsleben und anderen Uni-Kursen an ähnlichen Institutionen ergeben dürften, will ich meine Erfahrungen damit im Detail erklären:

Jeder im Team hat parallel sein normales Studium gemacht und alles hing stets etwas in der Luft:

  • Zu wenig Fokus.
  • Kontext-Wechsel im Hirn ist beanspruchend: Wenn man viele Projekte gleichzeitig abwickelt, merkt man, wie schwierig es eigentlich ist, einen Zustand im Gehirn da einzufrieren, wo man gerade ist. Jedes Betriebssystem kriegt das gut hin, wenn Anwendungen im Hibernation-Mode einfach per Abbild persistiert werden. Das menschliche Gehirn ist nicht nativ dafür ausgelegt. Man will eigentlich bei einem Projekten nach 7 Tagen wieder genau da weiter machen, wo man war. Geht aber nicht so einfach. Die beste Approximation in diese Richtung ist meiner Erfahrung nach aber eine riesige Mindmap mit allem drin: Fakten, Links zu Artefakten, Aufgaben, Zuständigkeiten, Deadlines. Der Theorie nach entspricht diese Struktur dem Hirn, dh. wenn man es so visualisiert, merkt man es sich besser und beim ersten Blick auf die Struktur hat mal viel schneller wieder alles da.
  • Eskalierende Einstellung zur Mittelmäßigkeit: Ich hatte Glück und Pech mit meinem Team. Wir waren zu Fünft. Zwei außer mir haben richtig kräftig gezogen. Und ich nehme kein Blatt vor den Mund: Von den anderen Zweien war ich nicht gerade begeistert. Ich hatte das Gefühl, als müssten wir nun die zwei mitschleppen, obwohl sie von den Fähigkeiten her gar nicht ins Team passten. Man sollte sein Team also lieber selbst auswählen können.

CenterVenture ist das bessere Format

Beim CenterVenture-Format war das besser:

  • Dauer: Statt einem ganzen Semester, dauerte das ganze nur 6 Tage. 2 Tage Konzept, 4 Tage Machen.
  • Team: Für so ein Espresso-Format melden sich naturgemäß bessere und motiviertere Leute. Denn leider gilt das mit dem Zentralen Grenzwertsatz überall. Nachdem jedoch der Erwartungswert im CenterVenture besser war und meine menschliche Wahrnehmung nicht auf die Normalverteilung kalibriert ist, war ich mit dem Team hier deutlich zufriedener.
  • Echte Bereitschaft zur Exzellenz:
    • Marathon vs. Sprint: Mein Gefühl ist, dass die Leute eher bereit sind, über 4 Tage sehr viel Leistung zu geben, als im richtigen Moment einer langen Strecke. Zu wissen, wann man beim Marathon (ein ganzes Semester) wie schnell laufen sollte, ist offensichtlich doch den meisten nicht intuitiv klar. Die 4 Tage der Entwicklungs-Session, in der wir den Prototypen gebaut haben und den Business Plan geschrieben, sieht dagegen übersichtlicher.
    • Amplitude zählt: 2. Beobachtung: Häufig zählt die maximale Leistung. In 4 Tagen alles zu geben kann also besser sein, als über 3 Monate ein bisschen.

So viel zum Format, nun zum Technischen:

  • Messhardware: Wir entschieden uns für Arduino als Grundlage, um die ganzen Messgeschichten, RFID zu lesen und ein- und auszuschalten. Dazu ein WiFly-Shield für WiFi-Uplink.
  • Uplink: Das Ding sollte mit dem Internet reden. Eigentlich wollte ich lieber gleich GPRS. Wir sind in Deutschland, da ist gute Netzabdeckung und GPRS ist halt am einfachsten, weil man das dem Nutzer in die Hand drückt und es läuft. Aber es sollten keine laufenden Kosten bei der Geschäftsidee dabei sein. Nachdem ZigBee doof zum Bauen war, da es keine guten Router zu IP oder HTTP gibt, blieb nur noch WLAN. Nicht gerade prädestiniert, aber fürs Bauen eine einfache Option, weil jeder mit IP und Konsorten vertraut ist. Dachte ich. Am Schluss wusste mein Kollege bei der Aufgabe doch wieder nicht, wie man einen TCP-Server in Groovy schreibt ;)
  • Layer 5 aufwärts: Als erstes wollten wir den Arduino einfach einen Server per HTTP-Post-Req. über neue Messdaten informieren und diese so gleich mitschicken. Dann habe ich einen halben Tag damit verbracht, den HTTP-Get-Request richtig hin zu kriegen und hatte keine Lust mehr. Also habe ich lieber direkt nur TCP auf dem Arduino bzw. WiFly-Shield verwendet. TCP-Verbindungen kann das WiFly nämlich direkt aufbauen ohne dass man TCP implementieren müsste. Man muss lediglich die Daten für den Strom über den SPI-Bus des Arduino an das WiFly durchjagen.
  • Kommunikations-Architektur:
    • Arduino
    • “Router” TCP <-> HTTP
    • Grails-basierte Webseite
  • Server-Seite: Für die Webseite selbst wollten wir Grails einsetzen. Da wir uns lieber nicht damit beschäftigen wollten, wie man Grails mit einem TCP-Server verbindet, habe ich einen “Router” geschrieben, der nun eine persistente TCP-Verbindung mit dem Arduino offen hält und über HTTP-Requests mit Grails kommuniziert. Nachdem ich mich ohnehin seit einiger Zeit mit Python auseinandersetzen wollte, habe ich das darin geschrieben. Python war stellenweisse haariger als ich dachte. Aber es ging. Und dass bei Python die “Batterien dabei” sind, ist schon cool.

Verlauf

Am Anfang stellte ich mir alles noch recht einfach vor.

Ich dachte: Wenn das WiFly schon TCP kann und selbst WPA2-PSK mit AES, müsste doch eigentlich die Internet-Kommunikation einfach sein. Was dann jedoch seine Zeit brauchte, war die Kommunikation zwischen dem Arduino und dem WiFly. Außerdem stellte sich heraus, dass es wohl nicht so gut ist, direkt HTTP auf dem Arduino zum Laufen zu bekommen. Ich hatte zuerst GET implementiert und dann Angst vor POST, nachdem ich bei GET Stunden brauchte, um heraus zu finden, dass der Request mit einem Carriage-Return terminiert werden muss. Was natürlich nirgends steht.

Um die Kommunikation mit der Grails-basierten Webseite sicher zu stellen, kam ich auf die Idee, einen “Router” zu schreiben, der auf der einen Seite eine persistente TCP-Verbindung mit dem Arduino offen halten würde und auf der anderen Seite über HTTP in die Grails-Anwendung neue Messwerte pushen würde.

Um nicht alles zu kompliziert zu machen, haben wir den “Rückkanal” zwischen Webseite und Arduino dann einfach so implementiert, dass die Webseite in dem HTTP-Request als Antwort an den Client, in diesem Fall den “Router” zwischen Grails und Arduino, eine 1 oder 0 schickt. Die Ziffern stehen für ein an- oder aus des Stroms an der Steckdose. Mehr Rückkanal-Funktionalität brauchten wir ja auch nicht.

Am Ende der 4 Tage ging dann fast alles. … fast.

Tools

Management-Tools, die einfach unverzichtbar hilfreich waren:

  • Mindmeister: Ideal für Cloud-Mindmaps ist mindmeister. Jeder im Team ist auf der selben Seite.
  • Redmine: Als “Backend” zu mindmeister ist Redmine ein tolles Werkzeug. Es gibt Werkzeuge, die mehr Funktionen haben. Für Software-Entwicklung und überhaupt viele Dinge reicht aber Redmine IMO. So viele Features braucht man ja auch gar nicht, auch wenn viele einen versuchen das einzureden. Ich versuche in der Regel so viel wie möglich in einer einzigen Projekt-Mindmap in mindmeister zu sammeln, um den Überblick zu haben. Redmine einhält dann die noch höher aufgelösten Details, z. B. die Team-Kommunikation, technische Dokumentation im Wiki und Aufgaben. Dabei versuche ich Aufgaben so viel wie möglich in der Mindmap zu halten und nur wenns zu viel wird, in den Issue-Teil von Redmine zu verlagern.

Nachdem dieses Projekt noch nicht abgeschlossen ist, werde ich bei Gelegenheit über die weitere Entwicklung berichten.

Dec 14

Gestern wollte ich einmal iTunes Movie Rentals testen, um zu sehen, was das wirklich taugt, nachdem es ja nun seit geraumer Zeit auch in Deutschland verfügbar ist.

Ich bin relativ enttäuscht:

  • Das Herunterladen hat mehrere Stunden gedauert, weil der Server offensichtlich erheblich zu langsam war.
  • Der Film hatte nur eine deutsche Tonspur. Was soll denn das? Eine DVD hat ja auch mehrere. Man hätte zumindest darauf hinweisen können und ihn auch in der Originalversion anbieten sollen.

Nachdem dann offensichtlich alle Filme nur in der deutschen Version zu haben sind, die meisten im Original aber aus Hollywood kommen und somit nur in der synchronisierten Version im deutschen iTunes Store vorhanden sind, ist der Store unbrauchbar.

Nachdem die Contentindustrie bei DVDs ja auch mehrere Tonspuren zulässt und nicht nur die eines jeweiligen Landes muss Apple hier nachbessern. Downloadzeiten von mehreren Stunden sind auch nicht akzeptabel.

Nov 17

Protest vor der TUMGerade eben kam ich von der Mensa und geriet etwas unerwartet in den Bildungsprotest, der gerade durch die Gegend zieht. Einer meiner Mitstudenten, der Google Android relativ zugeneigt ist und ebenso rote Haare hat, wie ich, würde jetzt sagen, dass das wieder der beste Beweis wäre, dass ich zu denen gehöre, die vom Bachelor überfordert sind und keine Zeit haben für “echte Bildung”.

So möchte ich aber die Frage stellen, worin die echte Bildung besteht, einfach mal zu protestieren, ohne sich genau überlegt zu haben, was man will.

Von den Leuten, die gerade durch die Arcisstraße gezogen sind, kann man wirklich nicht sagen, dass alle dem Klischee des langhaarigen, faulen Studenten entsprechen. Auch sind die meisten ohne Bierflasche in der Hand herum gelaufen. Es geht vielen also schon um das Thema und nicht nur ums Party machen, wie gelegentlich der Eindruck aus einschlägigen Medien sein könnte.

Was mich jedoch eher schockiert hat, war der Gesichtsausdruck einer jungen Studentin, die sehr energisch in ein Megaphon brüllte: “Bildung für alle – und zwar umsonst”. Man mag jetzt behaupten, ich klammerte mich an Oberflächlichkeiten, aber ich denke, dass man aus dem Gesichtsausdruck sehr viel authentische Information ablesen kann. Der Ausdruck war so geprägt von einer Verbissenheit und negativen Energie. 3-4 Mal pro Minute schrie sie sich die Seele aus dem Leib, um das Megaphon anzutreiben, die Nachricht möglichst laut und auffällig an alle weiter zu bringen. Jedes Mal exakt der gleiche Spruch. “Bildung für alle – und zwar umsonst.” Kann man mit so einer Verbissenheit im Gesicht wirklich das Gute im Sinn haben?

Ist das eine konkrete Forderung? Nein, eigentlich nicht. Wer wird in Deutschland wirklich von der Bildung ausgeschlossen? Wer, der wirklich will, wird in Deutschland von der Bildung ausgeschlossen? Es soll mit Sicherheit nicht so sein, dass Leute aufgrund ihres Geld nicht studieren können und es sollte sie auch nicht abschrecken. Was genau will die Forderung? Wieder Kommunismus? Wieder Gleichheit für alle? Wieder alles “umsonst” und dann doch nur teuer für jeden? Wieder nicht den Reichtum, sondern nur das Elend gleich verteilen? Ich dachte, Artikel 2 des Grundgesetzes schützt die Individualität, die Ungleichheit. Das ist einer der wichtigsten Werte unserer Gesellschaft und das wollt ihr jetzt kaputt machen?

Das Problem ist in Wirklichkeit, dass materieller Wohlstand und Intelligenz sehr häufig gleichzeitig auftreten. Das eine begünstigt überhaupt nicht das andere. Es gibt gar keine Kausalität zwischen den beiden. Sie sind beide Symptome einer gewissen Geisteshaltung, eines gewissen Charakters der Offenheit und des Glaubens an das Gute. Das wird aber von den Eltern vermittelt, das kann man nicht kaufen. Und wenn man es nicht von Eltern kriegt, dann nur durch das Glück, in seinem Leben die richtigen Menschen zu treffen, die einen wieder auf den richtigen Pfad zurück führen, den Glauben an das Glück. Da hilft kein Geld, keine kostenlose Bildung und kein Schreien.

Die armen, die an den Erfolg glauben, finden dann auch Stipendien oder andere angemessene Möglichkeiten der Finanzierung. Also geht es doch gar nicht ums Geld. Also ist Geld doch nur oberflächlich und kommt schon zu einem, wenn man es braucht. Genau so steht es doch in der Bibel. Genau so wird es im Buddhismus und in vielen anderen Religionen gepredigt. Leben Zen-Mönche im Reichtum? Nein. Leben sie glücklich? Ja, sehr! Warum brauchen die kein Geld und ihr schon? Deutschland ist ein christliches Land. Dann glaubt doch bitte auch das, was in euerem Buch steht.

Anderes Beispiel: Bachelor-System. Was ist daran falsch? Der TUM Informatik Bachelor ist exzellent. Ich kann mir kaum etwas Besseres vorstellen. Aber woanders funktioniert das nicht? Dann sollte man sich erstmal überlegen, woran das liegt, dass es bei uns so gut funktioniert und woanders nicht, anstatt das System gleich mal pauschal als Unsinn einzustufen. Vielleicht ist ja das System super, aber manche Unis hab es nur noch nicht gut umgesetzt. Vielleicht passt das Bachelor/Master-System auch wirklich nicht für jeden Studiengang. Muss doch auch nicht sein.

Aber: Wenn ihr wollt, dass das Bachelor/Master-System nicht pauschal über jeden Studiengang gepresst wird, dann sagt doch bitte genau das. Und verurteilt doch nicht gleich wieder das ganze System ohne jeglichen Grad der Differenzierung.

Ich bin schon lange der Meinung, dass sich viel an der Bildung in Deutschland ändern muss. Umso mehr finde ich es erschreckend, dass zwar protestiert wird, aber mit solch oberflächlichen Forderungen, die so weit vom Kern der Sache weg gehen, dass wohl die wahren Probleme wieder nur unter viel Lärm begraben und weiter betoniert werden. Die Proteste schaufeln gerade unser Grab noch tiefer als es schon ist.

Oct 21

Ich fand das aktuelle Barcamp München super. Es gab ein paar Schwächen, aber die können mit ein bisschen Disziplin ganz leicht beim nächsten Mal verbessert werden. Es gab viele neue Themen, auch genügend technische und die Organisation war wirklich ordentlich. Insbesondere den Standort fand ich sehr viel besser als letztes Jahr. Die Messe München ist zwar immer noch nicht zentral in München, aber sehr gut erreichbar. Ich finde, es ist der beste Kompromiss zwischen Erreichbarkeit, Attraktivität des Gebäudes und Platz und man sollte den Standort im nächsten Jahr wieder wählen, wenn es geht.

Am ersten Tag gab es noch ein paar Disziplin-mäßige Schwächen: Die Session-Planung sollte um 10 beginnen, um 11 sollten die Sessions beginnen. Tatsächlich gingen die ersten Sessions erst um ca. 11:40 los. Der erste Block war also praktisch bereits vorbei. Da ich selbst gleich am Anfang eine Session machte und offensichtlich niemand den Raum ab 12 beanspruchte, haben wir bis 13 Uhr die Session gehalten. Die anderen haben das aber sicherlich nicht einheitlich gehandhabt: Hier sollte dann wenigstens einheitlich vereinbart werden, wie man vorgeht, wenn es denn ohnehin schon zu spät ist.

Das Mittagessen soll dann sehr kurz (15 Min) gewesen sein. Ich war da leider nicht da, weil ich zwecks Studium für ein paar Stunden in Garching war. Auch hier kann man etwas verbessern.

Abends haben wir dann in der Niederlassung, einer Nerd-Szene-Kneipe in München gefeiert und uns entspannt. Die Niederlassung ist zwar eigentlich viel zu klein für alle Teilnehmer. Das hat sich dann dadurch geregelt, dass einfach viele weiter gezogen sind, als es ihnen zu eng geworden ist.

Am Sonntag waren ein paar interessante Sessions dabei, wobei man schon merkte, das einige nicht mehr da waren: Es war offensichtlich sowohl ein Überschuss an Essen vorhanden als auch die Nutzung der deutlich Räume geringer als am Tag davor.

Die deutlichste Schwäche war an sich die Kommunikation: Viele sind offensichtlich nicht gekommen, die auf der Teilnehmer-Liste standen. Bei einigen hätte es wohl schon geholfen, ihnen vorher klar mitzuteilen, dass sie sich bitte abmelden sollen, wenn sie doch kurzfristig nicht kommen können. Samstag abend in der Niederlassung sollte es ursprünglich offensichtlich Freigetränke geben. Das war dann doch nicht der Fall und sorgte für Verwirrung. Niemandem war von Anfang an klar, was man zahlen musste. Das wurde dann erst so im Verlaufe des Abends klar. Außerdem scheinen viele den Sinn von Barcamps noch nicht wirklich verstanden zu haben. Zumindest ist mein Eindruck, dass selbst aus den relevanten Berufsgruppen viele mit dem Begriff “Barcamp” nichts anfangen können. Nachdem das ganze offensichtlich kostenlos ist, trägt das bei vielen dann vielleicht dazu bei, sich schon mal anzumelden, aber dann spontan doch nicht zu kommen.

Abschließend gab es eine obligatorische – und ausgedehnte – Feedback-Session. Ich denke, Feedback ist sehr wichtig. Ich finde aber, dass zu viel diskutiert wurde. Und insbesondere denken viele Deutsche hier leider zu kompliziert: Wir haben darüber diskutiert, dass so viele nicht gekommen sind, trotz Anmeldung. Deswegen gab es zu viel Essen. Dann wurden diverse Systeme vorgeschlagen über Hinterlegen einer Gebühr bis zu Auschluss von Nicht-Erscheinenden beim nächsten Mal etc. Oliver Gassner brachte einige Vorschläge und fügte stets hinzu, dass es sich um ein Beispiel handele, aber dass das hier nicht unbedingt diene zur Lösung des Problems. Leute, was soll das? Wenn immer 30% nicht kommen, rechnet exakt damit und fertig. Und wenn mal ein bisschen zu wenig Essen da ist, stirbt auch keiner. Noch mal verbessern kann man sich dann, wenn man das mal ausprobiert hat. Weniger reden, mehr ausprobieren und schauen, was läuft.
Mein Vorschlag zur Feedback-Session: Konkrete Zeit-Limits für einzelne Themen.

Insgesamt liefen also schon ein paar Sachen schief, die ärgerlich und unnötig waren. Sie können aber sehr einfach im nächsten Jahr behoben werden. Auch könnte die Atmosphäre in München noch etwas spaßiger, unternehmerischer und weniger kompliziert sein. Das scheint aber ein Problem an München zu sein. In München gibt es häufig Veranstaltungen, bei denen ich mich über den Grad an Trägheit und Panik gegenüber neuen Konzepten ärgere. Ist München zu alt? Ich denke, dass auf Barcamps viel mehr jüngere Teilnehmer (mindestens 50% unter 25 Jahren) teilnehmen sollten. Das kann man aber nicht wirklich steuern.

Zusätzlich fehlt dem Barcamp München noch das differenzierende Element. Einige merkten beim Feedback an, dass es noch nicht so wirklich besonders sei und die eine super tolle Sache fehle, von der man jedem über das Barcamp erzählen würde. Hier gibt es viele Möglichkeiten. Wenn jemand sich für eine stark macht, sie selbst organisiert und das ganze nicht von anderen platt geredet wird, kann sich das Barcamp in München wirklich von anderen absetzen.

Ich finde aber, dass das Organisationsteam seine Aufgaben sehr gut gemacht hat. Insbesondere geben über dem letzten Jahr ist eine deutliche Besserung spürbar. Auch der Standort war sehr gut und sollte nächstes Jahr wieder genutzt werden. Die Messe München hat uns angenehm willkommen geheißen und uns bei einem sehr guten Barcamp unterstützt. Insofern bin ich dem Organisationsteam des Barcamps und der Messe München sehr dankbar und freue mich darauf, dass sie im nächsten Jahr wieder ein tolles Barcamp in München ermöglichen werden.

Aug 5

In der letzten Zeit habe ich nicht mehr so viel hier geschrieben. Das lag in erster Linie daran, dass ich nach neuen Ideen suchte.
Das bisherige Bloggen hat mir sehr viel Spaß gemacht. Und jetzt will ich etwas Neues wagen.

Nachdem ich nicht an die Vergangenheit glaube, habe ich deshalb alle alten Posts, auf die nicht verlinkt wurde, auch gleich entfernt.

Inzwischen habe ich einige neue Ideen bezüglich meines Blogs, die ich demnächst umsetzen werde.

May 29

Vor 4 Tagen hat es mein neuestes Projekt, das ich zusammen mit Manuel Gruber baue, in den App Store geschafft.

Conangel

Conangel


Als ich bei amiando im Frühjahr 2008 ein Praktikum machte und das iPhone-Praktikum am Brügge-Lehrstuhl bereits eingeplant war, kam mir die Idee: Wäre es nicht cool, Konferenzen auch über das iPhone zu unterstützen? Pläne und am besten gleich Tickets, direkt vom iPhone. Ich dachte ein bisschen über mögliche Features nach und versuchte, beides zu verknüpfen: amiando und das Brügge-Praktikum.

Doch schnell wurde mir klar, dass beide Seiten leider überhaupt nicht so recht verstanden hatten, was man da alles machen könnte. Bei amiando konzentrierte man sich lieber auf das Kernprodukt. Und beim Brügge-Lehrstuhl sollten wir einen NDA unterschreiben und gleichzeitig sämtliche Rechte an unserem Werk an den Lehrstuhl abtreten. Entsprechend empfahl mir einer der Praktikums-Betreuer auch, ein eigenes Projekt lieber nicht in das Praktikum an der Uni einzubringen, sondern selbst zu starten, unabhängig von der Uni. Ich kenne die Gründe für diese Regelung am Lehrstuhl nicht, aber finde das schon etwas schade. Hätte es da nicht eine Kompromisslösung gegeben?

Die Idee schwirrte eine Zeit lang in meinem Kopf herum. Und ich erzählte einigen Leuten davon. Aber niemand schien zu resonieren. Hatte ich die Idee nur falsch gepitcht? Konnte sich niemand etwas darunter vorstellen? Irgendwie war ich verwirrt. Wie konnte denn kein einziger anbeißen? Ich war immer noch von der Idee überzeugt.

Aber andere Verlockungen lenkten mich wieder weg von der Idee. Ich hatte damals auch noch nicht begonnen zu meditieren. Ich war zu sehr gefangen in dem Strom aller Ereignisse um mich herum und hatte keine Kontrolle, viel schlimmer: Kein Bewusstsein darüber, was passiert.

Und so versiegte die Idee erst einmal wieder. Bis Manuel mal wieder nach München kam. Er war schon seit ein paar Monaten in Berlin und wir wollten uns einfach mal wieder treffen, um zu sehen, was der jeweils andere machte. Wir redeten über alle möglichen Sachen. Und kurz bevor wir wieder los mussten, brachte er ein neues Thema auf. Ich entwickelte doch fürs iPhone. Und er hätte da eine Idee. Er erzählte mir kurz davon. Ich wurde wieder ruhig und hörte gespannt zu. Moment mal, die Idee hatte ich doch auch schon einmal. Aber ich habe sie gar nicht verfolgt. Das ist der Weckruf!

Ich hatte noch eine andere Idee für eine Anwendung, mit der ich eigentlich zuerst beginnen wollte. Ich war gespalten: Eigentlich kam sein Vorschlag komplett deplatziert. Das Semester würde sehr bald wieder los gehen und ich wollte noch ein paar Sachen und die andere Anwendung fürs iPhone zuerst fertig machen. Konnte man das nicht irgendwie verschieben?

Nein, konnte man nicht. Mai stand vor der Tür und damit einige wichtige Konferenzen. Also mussten wir sofort beginnen. Wir machten ein paar Mockups für die App und relativ schnell stand das User Interface. Ich baute eine Zeit lang an der Anwendung herum und entwickelte ein Quick-and-Dirty-Datenmodell. Um dann drei Wochen vor geplantem Launch festzustellen, dass das Datenmodell schon für die erste Version untauglich ist und man es neu schreiben muss. Die Anwendung war nicht so umfangreich, angesichts der kurzen Zeit war das dann aber doch eine etwas schwere Entscheidung. Nach einigen Nächten lief die Anwendung dann auch entsprechend mit dem neuen Modell. Fehlte noch der Update-Mechanismus. Wieder nicht so kompliziert, aber bis es läuft, vergeht schon etwas Zeit.

An einem Samstag morgen gegen 5 Uhr war die Anwendung dann endlich so weit. Wir hatten beide die Nacht durch gearbeitet. Ich an dem Code, Manuel an dem Plan für die webinale, die erste Konferenz, die wir unterstützen würden. Die Anwendung musste endlich an Apple abgeschickt werden, um noch rechtzeitig im App Store zu stehen. Dann wieder iTunes Connect nicht. Ich konnte mich nicht einloggen. Ein häufiges Problem bei der ersten Anwendung. Wieso fixt Apple das nicht? Zum Glück ging Manuels Account. Und wie wir dann feststellten, war es offensichtlich auch nicht schlimm, dass wir seinen Account benutzen, die App aber natürlich mit meinem Zertifikat signiert war.

Eine Woche später, am Sonntag abend, war die Anwendung immer noch nicht im App Store. Wir brauchten einen Plan B: Wir verteilen Ad Hoc Bundles an die Leute. Dazu brauchten wir allerdings erst einmal deren Device IDs. Manuel kümmerte sich also am nächsten Tag darum, genau die von einigen Testern auf der Webinale zu kriegen. Doch es waren nicht sehr viele. Der Mechanismus über Ad Hoc Bundles war einfach zu aufwendig für die meisten.

Am Abend rief er mich dann an: “Wir müssen unseren Plan ändern.” Ich wusste zuerst nicht so genau, was er meint. “Wir müssen unseren Plan komplett ändern. Die App steht im App Store.”

Ganz knapp ging unser Debut dann also doch noch gut. Ich bin gespannt, wie es weiter geht.

Mar 22

Von gestern abend bis heute abend war ich ca. 30 km östlich von München auf einem so genannten “Retreat“. Das ist eine Veranstaltung, bei der man sich besonders auf die meditative Praxis konzentrieren soll.

Ich betreibe ja schon seit einiger Zeit Zen-Meditation, aber das war ein herausragendes Erlebnis. Die Veranstaltung wurde von dem Laien-Priester Jeff Shore und der Zen-Nonne Sozui, bei der ich sonst regelmäßig übe, geleitet. Wir waren auf einem speziell dafür eingerichteten Hof mitten am Land unter gebracht. Die Zendo (der Meditationsraum) dort ist sehr schön eingerichtet, richtig in authentischem Stil.

Gang zum Zendo

Gang zum Zendo


Der Meditationsraum

Der Meditationsraum

Ich wollte schon länger einmal ausprobieren, was es wirklich auf sie hat mit dem Meditieren und ob intensiveres Meditieren tatsächlich solche Veränderungen bewirken kann. Denn einmal pro Woche 95 Minuten sitzen, ist halt doch nicht so intensiv. Es ist nur ein Anfang.

Um so mehr war es dann dieses Wochenende. Nach einem gemeinsamen Abendessen folgte eine Einführung in das Vorgehen und viel theoretischer Hintergrund. (Geschichten über Entstehung, Begründungen etc.) Jeff begrüßte alle mit Dankesworten: “Thank you all for coming.” Langsam wird mir klar, woher manch CEO seine Rhetorik bezieht. Anschließend dann kurzes Sitzen, die häufigste Meditationsform, und Gehen (Kinhin). Danach sollte bis zum Ende am nächsten Abend möglichst kein Wort mehr gesprochen werden. Zumindest kein unnötiges, kein Smalltalk und keine Worte, wenn die nächste Handlung durch Rituale eh bereits jedem klar war. Erklärungen gab es dafür zwischendurch sehr viele verbal.
Alle Teilnehmer waren natürlich mit den Grundlagen, den Ritualen, Techniken, Sitzpositionen etc. bereits vertraut. Dennoch waren viele Anfänger, so wie ich. Ich weiß nicht genau, wo man die Grenze zwischen Anfänger und Fortgeschrittenem ziehen kann, aber vermutlich ist man mindestens die ersten zwei Jahre Anfänger. Denn wie ich selbst wieder gesehen habe, sind die Techniken alles andere als einfach zu meistern. Selbst wenn es im Grunde nur eine Handvoll sind.

Das Besondere war, dass man jederzeit aufstehen konnte, sich vor dem “Meister” verbeugen, worauf hin man von diesem dann im Einzelgespräch Fragen zur Meditationspraxis stellen konnte. Und das zu jedem beliebigen Zeitpunkt. “24h Stunden am Tag.”

Und wir saßen auch so lange: Bis 4.30 saßen wir, jeweils 45 Minuten und dann 15 Min. Pause, zwischendurch zusätzlich noch größere Pausen. Um 6.30 ging es dann gleich wieder weiter und den ganzen Tag über im gleichen Stil wie vorher: Ca. 45 Min. Sitzen, dann Pause oder Gehmeditation. Keine aufwendigen Rituale, keine Mystik und dergleichen. Einfach konzentrierte Meditation und wenig Schlaf.

Nach einigen Stunden beginnt dann langsam alles weh zu tun. Erst eher schwach, am nächsten Morgen dann irgendwann stark. Gleichzeitig habe ich natürlich auch unterschiedliche Sitzpositionen ausprobiert, einige davon sehr schmerzhaft. Beim Zen nimmt man solche Schmerzen dann nicht weiter zur Kenntnis. Man tut nicht so, als wären sie nicht da, im Gegenteil. Wenn man Schmerzen hat, wird man “eins mit ihnen”, wenn man Freude verspürt, wird man auch eins mit ihr.
Und dieses “eins werden” ist kein leeres Gerede, sondern wird konkret über exakt einen Vorgang herbei geführt: Die Konzentration auf die (Bauch-)Atmung.

Zen-Meditation besteht also im Prinzip nur darin, sich den ganzen Tag auf die Bauch-Atmung zu konzentrieren, weiter nichts.

Ich habe dabei die ganze Palette an Gefühlszuständen erlebt: Von dem plötzlichen Überströmtwerden mit Freude und vielen Bildern, über Unruhe und übermäßige Wahrnehmung von Angsterlebnissen (z. B. Erinnerungen) bis hin zu dem Gefühl, gleich Körperteile zu verlieren, weil man den Fuß nicht mehr spürt und nicht mehr bewegen kann.

Es ist eine große Herausforderung, sich wirklich auf seinen Atem zu konzentrieren. Auch in solch einer Umgebung: Mitten am Land, in einem schnörkellosen Raum mit lauter anderen, die das selbe tun und mit denen man auch keine ablenkenden Gespräche führt. Und auch in dieser exzellenten Atmosphäre von sehr freundlichen, bescheidenen und ehrlichen Menschen, die sich alle gegenseitig bei der Praxis unterstützen. Das Gefühl echter Konzentration erreicht man dann in so vielen Stunden höchstens ein paar Mal für wenige Minuten. Und die reichen.

Insgesamt war das ganze durchaus harte Kost. Es waren gerade exakt 24h Stunden, die es dauerte und trotzdem ein sehr intensives und Kräfte zehrendes Erlebnis. Es gab keinen Diktator, keinen Druck. Im Gegenteil: Zwei sehr freundliche Leiter und eine aufgeschlossene Gruppe. Die Härte hatte ich mir nur selbst auferlegt durch die ernsthafte Übung.

Ich bin gespannt, wohin mich diese Reise noch führt.

Dec 1

Ich bin derzeit Tutor an der TU München für die Einführungs-Vorlesung der Informatiker. Und ich finde, dass der Prozess der Vorbereitung der Übungsstunden und auch der Kommunikation mit den “Schäfchen” (die Studenten in einer Tutorgruppe) zu wenig 2.0ig, d.h. wir könnten viel effizienter arbeiten und kommunizieren.

Nachdem meine Übungsgruppe Montag morgens ist und ich somit als einer der Ersten weiß, welche Aufgaben gut funktionieren und welche nicht, wäre es doch cool, dieses Wissen nicht zu horten, sondern mit allen zu teilen. Dann könnten die Tutoren, die in der Woche noch dran sind, sich gleich schon mal darauf einstellen. Und selbiges gilt auch schon für die Stunden-Vorbereitung: Wenn man gleich von Anfang an alles Wissen teilen könnte, würden alle davon profitieren und wir könnten unseren Studenten ohne signifikanten Mehraufwand einen deutlich besseren Service bieten!

Mehrere Möglichkeiten:

  • Jeder baut sich ein Blog bzw. nimmt sein bestehendes und erstellt dort eine neue Kategorie (inkl. eigenem Perma-Link, damit man über den auch nur die relevanten Posts sieht und nicht gleich alles aus dem Blog ungefiltert). Wir verlinken dann alle gegenseitig auf die Blogs. Man sollte dann vllt. gleich zwei Kategorien machen: Einmal Interessantes für die Studenten und einmal didaktische Erkenntnise für die anderen Tutoren.
    Vorteil: Jeder kann für seine Gruppe ein individuelles Blog machen und dann auf die anderen Blogs verlinken, wenn es dort etwas gerade für die Gruppe Relevantes gibt.
    Nachteil: Chaotisch. Um eine Übersicht zu kriegen, müsste man alle Blogs nochmal in einen Feed aggregieren.
  • Dropbox: Dropbox.com ist ein Dienst (kostenlos), bei dem man einzelne Verzeichnisse freigeben kann, die dann auf alle verbundenen Rechner synchronisiert wird. Ich muss zum Beispiel ständig die ML aus dem PDF abtippen, weil Copy & Paste nicht geht. Es wäre doch super, wenn genau sowas nur einmal jemand machen müsste und man gleichzeitig da interessante Dateien (zum Beispiel besonders elegante Lösungen) reinstellen kann, die dann automatisch auf die Rechner von allen Tutoren gesyncht werden.
  • Wiki: Ein Wiki, in dem man den ganzen Stoff etwas strukturierter sammelt inkl. etwaiger Dateien mit besonders eleganten Lösungen etc. Man könnte das vielleicht auch im nächsten Jahr wieder verwenden.

« Previous Entries