Jul 5

Schön, wenn sich persönlicher Einsatz auszahlt. Als Österreicher ließ man mich zwar auch diesmal in Bayern nicht wählen, aber die FreshAir-App, die ich zusammen mit einigen Kollegen gebaut habe und die auch Apple in den App Store ließ, hat sich vielleicht doch ausgezahlt.

Da uns die Mehrheit der Julis München und auch die FDP in Bayern total im Stich gelassen hat, finde ich nicht gut. Vergangenheit ist ja auch so cool, liebe FDP. Gut, dass ich aus der konservativ gewordenen Partei ausgetreten bin. Mit freier Marktwirtschaft hat sie meines Erachtens wenig zu tun, auch für deutsche Verhältnisse. Und auch die Alters-Trotzigkeit bei dem Nichtraucherschutz lässt sich nicht mit Freiheit argumentieren. Freiheit wurde jetzt erst mit dem Sieg über das Imperium erschaffen. Jetzt sind wir frei: vom Rauch.

Aber ich bin der FDP nicht nachtragend. Man kann ja seine Meinung ändern und wieder auf den richtigen Weg zurück finden, gell?

Kritische Leser werden jetzt wieder behaupten, dass das nun alles viel zu überheblich war. Ja klar. Die Minderheit der Raucher war das ja auch.

Jun 21

Ich möchte hier eine Hypothese vorstellen: Rauchen könnte ein Wirtschaftsfaktor werden. Bitte zur Kenntnis nehmen, dass diese eine Meinung ist mit persönlichen Wahrnehmungen, keine wissenschaftliche Diskussion, da mir gerade die Zeit fehlt, alle Behauptungen sauber zu belegen.

In drei Hinsichten:

  • Rauchen schadet der Gesundheit. Also kann die Bevölkerung gar nicht so produktiv sein. Das einzige, was dem noch widersprechen könnte, wäre, wenn jemand glaubhaft belegen kann, dass Rauchen auf psychologischer Ebene positiv wirkt und somit die gesundheitlichen Nachteile ausgleicht. Nachdem die Rauchverbots-Gegner das aber noch nicht rausposaunt habe, gehe ich davon aus, dass solch ein Effekt nicht existiert. Folglich senkt Rauchen die Produktiv einer Bevölkerung. Also wäre es besser, wenn einfach alle damit aufhören.
  • Zu viele Raucher in der Nähe, derer man sich nicht effektiv erwehren kann. Ich sehe ständig zu viele Raucher, die mir auf die Nerven gehen, weil ich ihre Ausdünstungen rieche. Zum Beispiel an der U-Bahn-Haltestelle. Und ich kann gar nichts wirksam gegen die tun: Wenn ich sie darauf hinweise, ignorieren sie das. Nachdem der Staat das Gewaltmonopol hat, ich also keine Gewalt gegen die Raucher anwenden kann, obwohl sie das Gesetz brechen, ist das ungerecht. Ich will, dass der Staat entweder durchsetzt, dass geraucht wird, oder alternativ will ich das Recht haben, entsprechende Maßnahmen gegen die Raucher anwenden zu dürfen. Alles andere wäre einfach nicht gerecht. Es wäre so negativ-deutsch (präzise formulieren, was man will, und dann anschließend gar nichts umsetzen).
  • Es gibt in Bayern zu viele Raucher-Kneipen und v.a. Clubs. Der Anteil an Rauchern ist gar nicht so hoch, der Anteil an entsprechenden Locations aber viel höher. Laut dieser Facebook-Diskussion liegt der Anteil in München bei Kneipen beispielsweise zwar nur bei 11%. Erfahrungsgemäß wird aber gerade in Clubs immer geraucht, unabhängig davon, was draußen dran steht. Ich würde schätzen in 50% aller Clubs wird geraucht.

Meine Folgerung ist: Schlaue Leute werden hier abwandern, weil die Lebensbedingungen zu schlecht. Hier nimmt man immer noch Rücksicht auf Leute, die Gesundheitsschädliches tun. Auf die sollte man also lieber keine Rücksicht nehmen. Ich persönlich finde das einfach so ähnlich wie andere kriminelle Vorgänge, welche genau kann sich jetzt jeder selbst denken.

Warum werden diese schlauen Leute abwandern? Ganz einfach: Die meisten Intellektuellen rauchen nicht. Aber sie können sich ihren Wohnort recht frei aussuchen, weil sie genug Geld verdienen können. Also wandern sie ab.

Warum ist das ein Riesen-Problem für Deutschland? Ich behaupte, dass die kleine Elite (also die leistungsfähigsten 5%) Deutschland in eine gute Richtung lenkt. Wenn die abwandern, dann nutzen die weniger qualifizierten Arbeitskräfte, die zwar die ganze Arbeit ausführen, aber dann wie ein Schiff ohne Kapitän nur mehr unsinnvolle Dinge ausführen, gar nichts mehr.

Wenn wir also jetzt das Rauchen abschaffen, so wie China mal schnell das Privat-Eigentum einführt, wenn sie es brauchen, könnten wir Deutschland retten.

Apr 20

Vom 7.04. – 10.04. habe ich zum ersten Mal ein besonderes Format der Produktentwicklung mitgemacht. Das so genannte CenterVenture. Am CDTM.

In nur 6 Tagen wollten wir ein intelligentes Steckdosen-Strommessgerät bauen,

  • das mit dem Internet spricht
  • die Messdaten visualisiert
  • Ein-/Ausschalten der Steckdose per Internet ermöglicht,
  • das gerade angesteckte Gerät über einen RFID-Tag am Gerät selbst identifiziert.

Und weil wir am Center of Digital Technology and Management sind, durften auch

  • eine Marke mit Logo und Botschaft,
  • Finanzplan
  • und Zielgruppenanalyse

nicht fehlen.

Vergleich mit Managing Product Development (anderer Kurs)

Über den “normalen” Produktentwicklungskurs im Semester davor hatte ich stets so meine Zweifel. Da sich hier viele Parallelen zum Arbeitsleben und anderen Uni-Kursen an ähnlichen Institutionen ergeben dürften, will ich meine Erfahrungen damit im Detail erklären:

Jeder im Team hat parallel sein normales Studium gemacht und alles hing stets etwas in der Luft:

  • Zu wenig Fokus.
  • Kontext-Wechsel im Hirn ist beanspruchend: Wenn man viele Projekte gleichzeitig abwickelt, merkt man, wie schwierig es eigentlich ist, einen Zustand im Gehirn da einzufrieren, wo man gerade ist. Jedes Betriebssystem kriegt das gut hin, wenn Anwendungen im Hibernation-Mode einfach per Abbild persistiert werden. Das menschliche Gehirn ist nicht nativ dafür ausgelegt. Man will eigentlich bei einem Projekten nach 7 Tagen wieder genau da weiter machen, wo man war. Geht aber nicht so einfach. Die beste Approximation in diese Richtung ist meiner Erfahrung nach aber eine riesige Mindmap mit allem drin: Fakten, Links zu Artefakten, Aufgaben, Zuständigkeiten, Deadlines. Der Theorie nach entspricht diese Struktur dem Hirn, dh. wenn man es so visualisiert, merkt man es sich besser und beim ersten Blick auf die Struktur hat mal viel schneller wieder alles da.
  • Eskalierende Einstellung zur Mittelmäßigkeit: Ich hatte Glück und Pech mit meinem Team. Wir waren zu Fünft. Zwei außer mir haben richtig kräftig gezogen. Und ich nehme kein Blatt vor den Mund: Von den anderen Zweien war ich nicht gerade begeistert. Ich hatte das Gefühl, als müssten wir nun die zwei mitschleppen, obwohl sie von den Fähigkeiten her gar nicht ins Team passten. Man sollte sein Team also lieber selbst auswählen können.

CenterVenture ist das bessere Format

Beim CenterVenture-Format war das besser:

  • Dauer: Statt einem ganzen Semester, dauerte das ganze nur 6 Tage. 2 Tage Konzept, 4 Tage Machen.
  • Team: Für so ein Espresso-Format melden sich naturgemäß bessere und motiviertere Leute. Denn leider gilt das mit dem Zentralen Grenzwertsatz überall. Nachdem jedoch der Erwartungswert im CenterVenture besser war und meine menschliche Wahrnehmung nicht auf die Normalverteilung kalibriert ist, war ich mit dem Team hier deutlich zufriedener.
  • Echte Bereitschaft zur Exzellenz:
    • Marathon vs. Sprint: Mein Gefühl ist, dass die Leute eher bereit sind, über 4 Tage sehr viel Leistung zu geben, als im richtigen Moment einer langen Strecke. Zu wissen, wann man beim Marathon (ein ganzes Semester) wie schnell laufen sollte, ist offensichtlich doch den meisten nicht intuitiv klar. Die 4 Tage der Entwicklungs-Session, in der wir den Prototypen gebaut haben und den Business Plan geschrieben, sieht dagegen übersichtlicher.
    • Amplitude zählt: 2. Beobachtung: Häufig zählt die maximale Leistung. In 4 Tagen alles zu geben kann also besser sein, als über 3 Monate ein bisschen.

So viel zum Format, nun zum Technischen:

  • Messhardware: Wir entschieden uns für Arduino als Grundlage, um die ganzen Messgeschichten, RFID zu lesen und ein- und auszuschalten. Dazu ein WiFly-Shield für WiFi-Uplink.
  • Uplink: Das Ding sollte mit dem Internet reden. Eigentlich wollte ich lieber gleich GPRS. Wir sind in Deutschland, da ist gute Netzabdeckung und GPRS ist halt am einfachsten, weil man das dem Nutzer in die Hand drückt und es läuft. Aber es sollten keine laufenden Kosten bei der Geschäftsidee dabei sein. Nachdem ZigBee doof zum Bauen war, da es keine guten Router zu IP oder HTTP gibt, blieb nur noch WLAN. Nicht gerade prädestiniert, aber fürs Bauen eine einfache Option, weil jeder mit IP und Konsorten vertraut ist. Dachte ich. Am Schluss wusste mein Kollege bei der Aufgabe doch wieder nicht, wie man einen TCP-Server in Groovy schreibt ;)
  • Layer 5 aufwärts: Als erstes wollten wir den Arduino einfach einen Server per HTTP-Post-Req. über neue Messdaten informieren und diese so gleich mitschicken. Dann habe ich einen halben Tag damit verbracht, den HTTP-Get-Request richtig hin zu kriegen und hatte keine Lust mehr. Also habe ich lieber direkt nur TCP auf dem Arduino bzw. WiFly-Shield verwendet. TCP-Verbindungen kann das WiFly nämlich direkt aufbauen ohne dass man TCP implementieren müsste. Man muss lediglich die Daten für den Strom über den SPI-Bus des Arduino an das WiFly durchjagen.
  • Kommunikations-Architektur:
    • Arduino
    • “Router” TCP <-> HTTP
    • Grails-basierte Webseite
  • Server-Seite: Für die Webseite selbst wollten wir Grails einsetzen. Da wir uns lieber nicht damit beschäftigen wollten, wie man Grails mit einem TCP-Server verbindet, habe ich einen “Router” geschrieben, der nun eine persistente TCP-Verbindung mit dem Arduino offen hält und über HTTP-Requests mit Grails kommuniziert. Nachdem ich mich ohnehin seit einiger Zeit mit Python auseinandersetzen wollte, habe ich das darin geschrieben. Python war stellenweisse haariger als ich dachte. Aber es ging. Und dass bei Python die “Batterien dabei” sind, ist schon cool.

Verlauf

Am Anfang stellte ich mir alles noch recht einfach vor.

Ich dachte: Wenn das WiFly schon TCP kann und selbst WPA2-PSK mit AES, müsste doch eigentlich die Internet-Kommunikation einfach sein. Was dann jedoch seine Zeit brauchte, war die Kommunikation zwischen dem Arduino und dem WiFly. Außerdem stellte sich heraus, dass es wohl nicht so gut ist, direkt HTTP auf dem Arduino zum Laufen zu bekommen. Ich hatte zuerst GET implementiert und dann Angst vor POST, nachdem ich bei GET Stunden brauchte, um heraus zu finden, dass der Request mit einem Carriage-Return terminiert werden muss. Was natürlich nirgends steht.

Um die Kommunikation mit der Grails-basierten Webseite sicher zu stellen, kam ich auf die Idee, einen “Router” zu schreiben, der auf der einen Seite eine persistente TCP-Verbindung mit dem Arduino offen halten würde und auf der anderen Seite über HTTP in die Grails-Anwendung neue Messwerte pushen würde.

Um nicht alles zu kompliziert zu machen, haben wir den “Rückkanal” zwischen Webseite und Arduino dann einfach so implementiert, dass die Webseite in dem HTTP-Request als Antwort an den Client, in diesem Fall den “Router” zwischen Grails und Arduino, eine 1 oder 0 schickt. Die Ziffern stehen für ein an- oder aus des Stroms an der Steckdose. Mehr Rückkanal-Funktionalität brauchten wir ja auch nicht.

Am Ende der 4 Tage ging dann fast alles. … fast.

Tools

Management-Tools, die einfach unverzichtbar hilfreich waren:

  • Mindmeister: Ideal für Cloud-Mindmaps ist mindmeister. Jeder im Team ist auf der selben Seite.
  • Redmine: Als “Backend” zu mindmeister ist Redmine ein tolles Werkzeug. Es gibt Werkzeuge, die mehr Funktionen haben. Für Software-Entwicklung und überhaupt viele Dinge reicht aber Redmine IMO. So viele Features braucht man ja auch gar nicht, auch wenn viele einen versuchen das einzureden. Ich versuche in der Regel so viel wie möglich in einer einzigen Projekt-Mindmap in mindmeister zu sammeln, um den Überblick zu haben. Redmine einhält dann die noch höher aufgelösten Details, z. B. die Team-Kommunikation, technische Dokumentation im Wiki und Aufgaben. Dabei versuche ich Aufgaben so viel wie möglich in der Mindmap zu halten und nur wenns zu viel wird, in den Issue-Teil von Redmine zu verlagern.

Nachdem dieses Projekt noch nicht abgeschlossen ist, werde ich bei Gelegenheit über die weitere Entwicklung berichten.

Aug 5

In der letzten Zeit habe ich nicht mehr so viel hier geschrieben. Das lag in erster Linie daran, dass ich nach neuen Ideen suchte.
Das bisherige Bloggen hat mir sehr viel Spaß gemacht. Und jetzt will ich etwas Neues wagen.

Nachdem ich nicht an die Vergangenheit glaube, habe ich deshalb alle alten Posts, auf die nicht verlinkt wurde, auch gleich entfernt.

Inzwischen habe ich einige neue Ideen bezüglich meines Blogs, die ich demnächst umsetzen werde.

Dec 1

Ich bin derzeit Tutor an der TU München für die Einführungs-Vorlesung der Informatiker. Und ich finde, dass der Prozess der Vorbereitung der Übungsstunden und auch der Kommunikation mit den “Schäfchen” (die Studenten in einer Tutorgruppe) zu wenig 2.0ig, d.h. wir könnten viel effizienter arbeiten und kommunizieren.

Nachdem meine Übungsgruppe Montag morgens ist und ich somit als einer der Ersten weiß, welche Aufgaben gut funktionieren und welche nicht, wäre es doch cool, dieses Wissen nicht zu horten, sondern mit allen zu teilen. Dann könnten die Tutoren, die in der Woche noch dran sind, sich gleich schon mal darauf einstellen. Und selbiges gilt auch schon für die Stunden-Vorbereitung: Wenn man gleich von Anfang an alles Wissen teilen könnte, würden alle davon profitieren und wir könnten unseren Studenten ohne signifikanten Mehraufwand einen deutlich besseren Service bieten!

Mehrere Möglichkeiten:

  • Jeder baut sich ein Blog bzw. nimmt sein bestehendes und erstellt dort eine neue Kategorie (inkl. eigenem Perma-Link, damit man über den auch nur die relevanten Posts sieht und nicht gleich alles aus dem Blog ungefiltert). Wir verlinken dann alle gegenseitig auf die Blogs. Man sollte dann vllt. gleich zwei Kategorien machen: Einmal Interessantes für die Studenten und einmal didaktische Erkenntnise für die anderen Tutoren.
    Vorteil: Jeder kann für seine Gruppe ein individuelles Blog machen und dann auf die anderen Blogs verlinken, wenn es dort etwas gerade für die Gruppe Relevantes gibt.
    Nachteil: Chaotisch. Um eine Übersicht zu kriegen, müsste man alle Blogs nochmal in einen Feed aggregieren.
  • Dropbox: Dropbox.com ist ein Dienst (kostenlos), bei dem man einzelne Verzeichnisse freigeben kann, die dann auf alle verbundenen Rechner synchronisiert wird. Ich muss zum Beispiel ständig die ML aus dem PDF abtippen, weil Copy & Paste nicht geht. Es wäre doch super, wenn genau sowas nur einmal jemand machen müsste und man gleichzeitig da interessante Dateien (zum Beispiel besonders elegante Lösungen) reinstellen kann, die dann automatisch auf die Rechner von allen Tutoren gesyncht werden.
  • Wiki: Ein Wiki, in dem man den ganzen Stoff etwas strukturierter sammelt inkl. etwaiger Dateien mit besonders eleganten Lösungen etc. Man könnte das vielleicht auch im nächsten Jahr wieder verwenden.
Nov 24

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Das Barcamp war wirklich toll! Ich habe eine Reihe an Leuten aus der Szene wieder getroffen, vor allem auch endlich wieder die Hamburger Szene, die ich im Mai zuletzt gesehen habe.

Was beim Barcamp Hamburg auch exzellent war, war das Essen. Es war reichlich vorhanden, sehr viel Auswahl und insgesamt gut organisiert. Da kann München auch noch etwas nachholen ;)

Von den Sessions her fand ich die Marketing-Sessions ziemlich öde, die Technik-Sessions haben mir aber umso mehr gefallen. Zum Beispiel gab es eine Session zu iPhone-Entwicklung, Brainstorming zu einem Barcamp-Organisations-Client für mobile Geräte (J2ME, iPhone, Android etc.) und Oli von mixxt hat eine Session zu China 2.0 gemacht, bei der es um die Unterschiede zwischen der deutschen und der chinesischen Webszene ging.

Am Sonntag hat Oli Gassner mir auch ein paar neue Anregungen zu Getting-Things-Done, der inzwischen wohl extrem bekannten Zeit-Management-Methode gegeben und von T-Mobile waren zwei Marketing-Typen da, die uns das G1 gezeigt haben (danke für die Aufnahme, Peate!) und erzählt haben, wie es so ungefähr in Deutschland sein wird.

Leider hatten die Typen von T-Mobile eher wenig Ahnung und konnten ein paar wichtige Sachen nicht beantworten. So haben sie weder einen Erscheinungstermin in Deutschland nennen können, noch mir begründen können, warum sie ernsthaft glauben, dass ihr Lock-In-Politik mehr Geld bringt. Meine Idee ist: Würde T-Mobile bei den Datentarifen VoIP, IM etc. nicht einschränken und anständige, ehrliche Tarife anbieten (z. B. 5 Euro pro GB, statt einer “Flatrate”, die überhaupt keine ist), dann würden so viel mehr Leute das mobile Internet nutzen, dass T-Mobile insgesamt mehr Umsatz macht. Die zwei meinten nur, das würde sich nicht rechnen, ohne es zu begründen und ich glaube, T-Mobile hat sich dabei auch verrechnet.

Sie wussten auch nicht so genau, ob man das G1 jetzt als Modem für den Laptop verwenden könnte oder nicht.

Einer der beiden von T-Mobile hat aber etwas Wichtiges angesprochen: Vom Publikum wurde angeregt, dass jetzt weder T-Mobile noch Google so vertrauenswürdig sind, was Datenschutz angeht. Der T-Mobile-Vertreter meinte aber, das sei den meisten Benutzer laut einer Befragung gar nicht so wichtig. Und das ist auch mein Eindruck.

Insgesamt hat sich das Barcamp also sehr für mich gelohnt und sehr viel Spaß gemacht. Großen Dank an das Orga-Team und Otto, die den Standort zur Verfügung gestellt haben und an die Sponsoren!

Nov 15

Ich bin zur Zeit auf meinem persönlichen “Klasse statt Masse”-Trip. Deswegen war in den letzten Wochen die Blog-Post-Quote in meinem Blog auch etwas irregulär. Es gab eine Reihe an Tagen, an denen ich nicht das Gefühl hatte, etwas besonders Sinnvolles teilen zu können. In den letzten Tagen fällt mir da wieder mehr ein.

Und ich habe gerade einen interessanten Artikel gelesen, der von etwas Ähnlichem handelt: die Qualität des Netzwerkes im Sinne von “kenne ich die Leute, die mir in Twitter follown und die ich als ‘Freunde’ in diversen Social Networks habe, wirklich oder sind sie im Grunde nur Zuhörer und ich bin auf dem Weg zu einem Massenmedium, das nur mehr von Monolog geprägt ist”.

Mir ist schon seit einiger Zeit aufgefallen, dass einige Twitter mehr wie IRC benutzen, also mehr ständige Diskussion führen, als einzelne Statements mit etwas mehr Gehalt (die dann zwar über Replies verknüpft sein können, aber nicht nur Momentgedanken darstellen). Und offensichtlich scheint auch fast ein Wettkampf darüber ausgebrochen zu sein, wer die meisten Follower hat.

Das war doch alles nicht der Sinn von Web 2.0. Das klingt alles genau so wie die Quotenmessungen vom Fernsehen. Es geht mehr darum, wie viele zuhören, nicht wer genau zuhört. Web 2.0 mutiert zurück zu Web 1.0. (Was nichts Neues ist. Der Umstand, dass es wenige Leader gibt und viele Schafe, wodurch aus einer anfangs hierarchielosen Gruppe schließlich ein Team mit stärkerer Hierarchie wird, ist eines der menschlichsten Phänomene überhaupt.)

Was ich so faszinierend finde, ist, dass genau diese Entwicklung von Web 2.0 mit fast jeder neuen Technologie auch auftritt. Zuerst beginnt alles einfach, dann kommen langsam die Formalisierungen und das Universum zu der Technologie konsolidiert sich auf wenige Technologien, das geht eine Zeit lang gut und dann geht es vielen Menschen auf die Nerven. Dann werden die Strukturen wieder in Stücke gerissen, laut “back to roots” gerufen und man konzentriert sich wieder auf weniger, einfachere Strukturen. Wie bei Zen. Das vermittelt den Eindruck, dass die Menschen nie so wirklich dazu lernen würden. Warum ist das so?

Oct 22

Bei der Pressekonferenz der SYSTEMS 08, die von Klaus Dittrich und Veronika Laufersweiler gehalten wurde, wurden 2 neue Messen angekündigt, die die bisherige Systems ablösen sollen.

Eine davon wird eine IT-Sicherheits-Messe Ende Juni sein, deren Namen man aber noch nicht verraten wollte. Die andere eine “neue ITK-Veranstaltung”, die dann offensichtlich die neue Systems sein soll. Man habe zwar für die letzte Systems sehr gute Befragungswerte bei den Besuchern gekriegt und einige Unternehmen würden jetzt wieder auf der Systems vertreten sein oder stärker vertreten sein, aber man wolle trotzdem sich den neuen Trends etwas anpassen. Diese Trends sind z. B. IT-Sicherheit und “Green IT” und IT als Querschnittstechnologie (z. B. als “ambient solution” im Kühlschrank eingebaut, der automatisch nachbestellt). Man wolle aber aus den Nachfolgern der Systems nicht eine Konsumenten-Messe machen, nur weil Konsumenten-Trends im Business-Bereich immer wichtiger werden.

Insgesamt will man die Messe mehr öffnen, mehr auf neue Trends eingehen, mehr Interaktion, also auch mehr die Blogger integrieren. Gleichzeitig sollen die Nachfolger der Systems weiterhin für den Mittelstand interessant sein und man möchte in 5 Jahren Europa-weite Beachtung erreichen. Bis Ende November will man dann das genaue Konzept der Messe vorstellen.

Das Presseevent war also ungefähr so, wie ich es erwartet habe: Es wurde angekündigt, dass man etwas Neues machen will, aber leider gibt es noch nichts Konkretes. Ich bin mal gespannt, wie das dann Ende November / nächstes Jahr aussehen wird.

Weitere Berichte von Oliver Gassner und Christian Hubel, der nicht auf der Pressekonferenz war und Emmerich Consulting.

Oct 12

Wow. This was amazing.

Ich hatte das Glück, an diesem Wochenende nach einem fulminanten Start in die Woche mit Mark Zuckerberg noch mehr wirklich tolle Leute zu treffen. Das Idealab ist eine Konferenz für alle Gründungswilligen aus Deutschland und wird von der privaten Hochschule WHU Vallendar organisiert. Als Redner waren dabei hochkarätige Leute wie Oliver Samwer, Suhas Gopinath, Kolja Hebenstreit, Lukasz Gadowski und Felix Haas ;) vertreten.

Das ganze dauerte zwei Tage, wobei ich am Donnerstag schon angereist bin, wo es eine kleine Warmup-Party gab. An den zwei Tagen des eigentlichen Programms hielten eine Reihe an exzellenten Rednern Vorträge und abends und zwischendurch gab es die Möglichkeit zum lockeren Networking und Ideenaustausch. Außerdem gab es auch eine Pitch-Session. Ich habe natürlich auch die Möglichkeit genutzt und einigen von meiner Social-Learning-Idee erzählt. Dabei hat mich ein anderer IdeaLabber auf ein Startup aus San Francisco gebracht, das offensichtlich ähnliches vor hat. Gleich anschauen!

Und Freitag Nacht war ich auch noch mit einigen vom IdeaLab unterwegs. U.a. auch Suhas. Die Vorstellung mit dem jüngsten CEO der Welt Party zu machen, der zudem noch ein paar Millionen auf dem Konto hat und Übernahmeangebote von 100 Mio. von VC-Firmen einfach so nebenbei, ist einfach irgendwie krass. Und auch er ist vollkommen locker und freundlich geblieben.

Insgesamt war es also eine wirklich fantastische Sache, bei der ich sehr viele nette und smarte Leute getroffen habe, was ich jetzt gar nicht alles im Detail erzählen kann. Ich freue mich auf jeden Fall schon aufs nächste Idealab!

Sep 24

Heute hat Google in München den Google Developer Day veranstaltet. Er findet offensichtlich häufiger statt (dieses Mal schon das 3. Mal) und in mehreren Ländern. Dabei hatten wir die Gelegenheit mit Entwicklern von Google in Kontakt zu kommen und die aktuellen Entwicklungen und APIs zu sehen.

Am Schluss gab’s auch noch einen Blick auf das gPhone aka G1, das an diesem Tag in New York veröffentlich wurde. Bilder gibt’s auch.

Meinem Video Blogging für die Jungen Liberalen München folgend, probiere ich das selbe jetzt auch in meinem eigenen Blog aus:

Embedded Video

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